wert und die Sekundärmarktfähigkeit der Vermögenswerte – nicht das Bankenrating des Unternehmens. Gerade produzierende Mittelständler mit hochwertigen Maschinenparks, aber herausfordernder Bilanzstruktur, profitieren von diesem Ansatz. Wie wird der Wert der Vermögenswerte ermittelt? Vinnen: Die Wertermittlung beginnt mit einer objektbasierten Analyse: Unsere Gutachter bewerten Maschinen und Anlagen auf Basis ihres Marktwerts und ihrer Sekundärmarktfähigkeit. Dafür greifen wir auf aktuelle Marktdaten sowie die Expertise unserer langjährigen Partner im Maschinenhandel zurück. Entscheidend ist nicht der Buchwert, sondern der Betrag, der am Markt tatsächlich realisierbar ist. Aus dieser Bewertung ergibt sich ein Liquiditätseffekt – in der Regel ein hoher Prozentsatz des aktuellen Zeitwerts. Diese Summe fließt dem Unternehmen als sofort verfügbare Mittel zu. Wie wird die Leasingrate strukturiert? Vinnen: Die Leasingrate wird so strukturiert, dass sie zur Cashflow-Situation des Unternehmens passt und dessen Bilanzrelationen gezielt entlastet. Auf diese Weise schaffen wir Finanzierungsspielräume, die für klassische Kreditgeber oft nicht darstellbar sind – gerade dann, wenn Bonität oder Eigenkapitalquote allein nicht ausreichen würden. In welchen Fällen lohnt sich für Unternehmen statt des Leasingmodells eher das Modell Sale & Rent Back? Vinnen: Der zentrale Unterschied liegt im rechtlichen Konstrukt: Beim Sale & Rent Back wird nicht verleast, sondern gemietet. Die Maschinen verbleiben wirtschaftlich im Eigentum des Unternehmens – ein entscheidender Vorteil, wenn sie mit öffentlichen Fördermitteln angeschafft wurden. Denn anders als beim Leasing bleiben Subventionen unberührt; Rückzahlungen entfallen. Gleichzeitig bleiben die Objekte in der Bilanz, was die Abschreibungsfähigkeit erhält. Wie erkennen Unternehmen, ob Leasing oder Miete für sie sinnvoller ist? Vinnen: Das hängt maßgeblich vom Bilanzwert der jeweiligen Vermögenswerte, ihrer Finanzierungshistorie und der angestrebten bilanziellen Wirkung ab. Sale & Rent Back eignet sich besonders dann, wenn buchhalterische Kontinuität oder förderrechtliche Auflagen eine Rolle spielen. In diesen Fällen bietet das Mietmodell die nötige Flexibilität – mit dem gleichen liquiditätswirksamen Effekt wie beim Leasing. Kann das Finanzierungsmodell Sale & Lease Back auch dabei helfen, insolvente Unternehmen zu erhalten? Weber: Ja, denn eine der Stärken von Sale & Lease Back ist seine Anwendbarkeit im Rahmen von Sanierungsvorhaben – insbesondere bei übertragenden Unternehmensübernahmen. Investoren, die ein wirtschaftlich grundsätzlich tragfähiges Unternehmen aus der Insolvenz übernehmen möchten, können die Transaktion unter anderem über Sale & Lease Back mitfinanzieren. Vinnen: Ganz genau. Wir analysieren in solchen Fällen gezielt den Maschinenpark oder andere mobile Vermögenswerte des Zielunternehmens und bewerten diese marktgerecht. Im nächsten Schritt erfolgt der Ankauf und das direkte Rückleasing an den Betrieb. Auf diese Weise kann der Investor einen substanziellen Teil des Kaufpreises bankenunabhängig finanzieren. Das Unternehmen behält seine technischen Anlagen und damit seine Handlungsfähigkeit. Gleichzeitig entsteht sofortige Liquidität, die etwa für Anlaufkosten, Personalmaßnahmen oder die Umsetzung des Sanierungskonzepts genutzt werden kann. Sale & Lease Back wird so zu einem stabilisierenden Finanzierungspfeiler in einer wirtschaftlich sensiblen Phase.
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