Krise & Chance Juni 2025

Arbeit keine Abstriche machen, konnten wir sie davon überzeugen, uns die Treue zu halten. Gleichzeitig haben der laufende Geschäftsbetrieb und die Aufträge, die wir auch im laufenden Verfahren erhalten haben, auch die Übernehmer der beiden Standorte vom Potential überzeugt“, sagt Schuster. Die Stärken eines Insolvenzverfahrens „Die Neuaufstellung der Haas-Gruppe ist ein gutes Beispiel für die Stärken, die ein Insolvenzverfahren haben kann. Wir haben im Verfahren die internen Strukturen gezielt angepasst, das Geschäftsmodell eingehend analysiert und daraus das weitere Vorgehen abgeleitet. Es hat sich gezeigt, dass das Unternehmen in der bisherigen Aufstellung mit den beiden Standorten unter einem Dach wirtschaftlich an und über seine Grenzen gekommen war“, sagt Schuster. „Mit der Aufteilung in zwei selbstständige Einheiten haben wir nun eine Zukunftsperspektive für die beiden Standorte geschaffen und konnten mehr als 85 Prozent der Arbeitsplätze erhalten – ein Ergebnis, über das wir uns sehr freuen. Hinzu kommt, dass wir die Neuaufstellung in nur knapp drei Monaten umsetzen konnten. Das wäre ohne die Instrumente des Insolvenz- und Sanierungsrechts, die Vorarbeit der Geschäftsleitung und den unermüdlichen Einsatz aller Beteiligter nicht möglich gewesen.“ Den Investorenprozess hat ein Team um Philippe Piscol und Ferdinand von Schrottenberg vom renommierten Beratungsunternehmen Dr. Wieselhuber & Partner geleitet und umgesetzt. „Es ist schön zu sehen, dass trotz des herausfordernden Marktumfelds die Transaktion innerhalb weniger Wochen erfolgreich abgeschlossen werden konnte“, so Piscol und von Schrottenberg. Bei der Investorensuche spielte neben der Neuaufstellung des bisherigen Unternehmens – eigentlich waren es ja zwei Investorenprozesse, die parallel abgelaufen sind – auch der Zeitfaktor eine wichtige Rolle. „Gerade im Insolvenzkontext kommt es darauf an, in kürzester Zeit wirtschaftliche Transparenz herzustellen, Verluste konsequent zu begrenzen und Investoren strukturiert sowie zielgerichtet anzusprechen. Das funktioniert nur über transparente Kommunikation und eine enge Abstimmung mit allen Verfahrensbeteiligten“, fassen Piscol und von Schrottenberg die erfolgreiche Zusammenarbeit von M&A-Berater und Insolvenzverwalter zusammen. Für eine Vielzahl an Kunden aus dem Privatbereich, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand tätig Die Gründe, die die Neuaufstellung der Gruppe notwendig gemacht haben, waren eine Kombination aus den wirtschaftlichen Folgewirkungen der Corona-Pandemie sowie der Preissteigerungen und Umsatzrückgänge in Folge der geopolitischen Verwerfungen. Das Unternehmen ist für eine Vielzahl an Kunden aus dem Privatbereich, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand tätig. Als sich abzeichnete, dass die anhaltenden Umsatzrückgänge auch durch die Gewinnung von Neukunden nicht mehr ausgeglichen werden konnten, hatte die Geschäftsleitung damit begonnen, die Kapazitäten und Prozesse an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Dieser Angang wurde Anfang Mai im Insolvenzverfahren fortgesetzt und zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht – getreu dem Motto: Entweder wir finden einen Weg oder wir schaffen einen. SER I E

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