Technologie und ihrem Branchenfokus hervorragend zusammen und eröffnen sich gegenseitig den Zugang zu neuen Märkten“, sagt Reinhard Klose, Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht bei der Kanzlei Flöther & Wissing, der als Generalbevollmächtigter den Sanierungs- und Investorenprozess gesteuert hat. Aufgrund geringer Investitionsbereitschaft und einer allgemein sinkenden Nachfrage in der Solarbranche hatte Wavelabs im Frühjahr 2025 ein Eigenverwaltungsverfahren eingeleitet, um sich neu aufzustellen. Aus Leipzig in die Welt Bei der erfolgreichen Neuaufstellung spielte die internationale Komponente eine große Rolle. „Die meisten Kunden von Wavelabs haben ihren Sitz im Ausland, viele davon in Asien. Das zeigt sich auch darin, dass es den Internetauftritt von Wavelabs nur auf Englisch und auf Chinesisch gibt“, sagt Rüdiger Bauch. Der Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht, der unter anderem am Leipziger Standort von Schultze & Braun tätig ist, hat das Verfahren konstruktiv begleitet und die Interessen der Gläubiger vertreten. „Da wir bei den Gesprächen mit den Kunden, aber auch den Lieferanten von Wavelabs oft mit großen Zeitunterschieden zu tun hatten, haben Reinhard Klose und ich uns diese Aufgabe aufgeteilt – im Interesse der Sanierung und damit indirekt auch der Gläubiger, für die eine Fortführungslösung grundsätzlich die beste Lösung ist.“ Eternal Sun ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Prüftechnologie für Solarmodule mit sechs Standorten in vier Ländern und hat angekündigt, den Großteil der rund 60 Beschäftigten zu übernehmen. „Belegschaft und Geschäftsführung haben Wavelabs durch die Zeit der Neuaufstellung getragen. Ihr Einsatz und Durchhaltevermögen waren entscheidend für den Erfolg der Investorenlösung und den nun anstehenden Neustart“, sagt Reinhard Klose. Besonderen Respekt hat der erfahrene Sanierer vor dem professionellen Umgang der Mitarbeitenden mit der Sondersituation der Insolvenz, die für einige von ihnen allerdings den Verlust des Arbeitsplatzes bedeutet hat. „Auch wenn das Geschäft von Wavelabs sich im internationalen Hochtechnologiebereich abspielt, war und ist die Zusammenarbeit am Leipziger Unternehmenssitz wie in einer Start Up-Familie. Jeder identifiziert sich voll mit Wavelabs. Umso einschneidender waren natürlich die im Zuge der Neuaufstellung unumgänglichen Personalanpassungen“, erläutert Klose. „Aber alle Mitarbeitenden – gerade auch diejenigen, denen gekündigt werden musste, um das Unternehmen erhalten zu können – sind mit dieser Situation extrem professionell umgegangen und haben sich bis zum letzten Arbeitstag eingebracht.“ Fortbestand eines Hochtechnologieunternehmens „Die Fortführungslösung für Wavelabs ist das Ergebnis intensiver Verhandlungen und zeigt, wie die Instrumente des Insolvenzrechts den Fortbestand eines Hochtechnologieunternehmens sichern können“, sagt Rüdiger Bauch. „Es freut mich sehr, dass sich der Einsatz und das Engagement aller Beteiligten im Verfahren gelohnt hat.“ Die Unternehmensgeschichte von Wavelabs kann nun unter der Sonne Sachsens fortgeschrieben werden. NNE SACHSENS Im vorangehenden Teil von „Erfolgsfaktor Sanierung“ steht das Naëmi-Wilke-Stift im brandenburgischen Guben im Fokus. Maßgeblich dafür, dass in nicht einmal neun Monaten alle Arbeitsplätze und der Fortbestand des Krankenhauses gesichert und die medizinische Versorgung der Region nachhaltig gestärkt werden konnte, ist die zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen Eigenverwaltung und Sachwaltung.
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