Krise & Chance Juni 2026

ganz genau, was ein Unternehmen nach einer Insolvenz braucht. Wir haben schon einmal einen Betrieb aus der Insolvenz gekauft und saniert, nämlich die Leinekrone GmbH in Heiligenstadt. Das ist ein Schweine-Schlachthof. Deshalb war uns bewusst, was bei FDBS notwendig ist und wir konnten entsprechend planen.“ Planen für den Sanierungserfolg Kern der Übernahme war, den Geschäftsbetrieb so schnell wie möglich wieder auf gesunde Füße zu stellen. „Möglich machte dies eine von Anfang an enge Zusammenarbeit zwischen allen Prozessbeteiligten sowie der konsequente Rückhalt durch Kunden und Lieferanten, sodass der Geschäftsbetrieb stabil und im vollen Umfang aufrechterhalten werden konnte“, sagt Insolvenzverwalter Tobias Hartwig. „Und natürlich wäre diese Lösung ohne den großen Einsatz der Mitarbeitenden und ihre Identifikation mit dem Unternehmen nicht möglich gewesen.“ Bereits als die ersten Gerüchte die Runde machten, dass es FDBS wirtschaftlich nicht gut ginge, traf Ansgar Nachtwey bereits Vorbereitungen. „Wir hatten im Jahr 2025 ein paar Mitarbeiter von FDBS übernommen, die aus eigenen Stücken gegangen sind. Die habe ich dann im Vertrieb eingesetzt, damit sie im Falle einer Übernahme direkt verfügbar sind“, sagt er. „Das ist dann auch so gekommen und sie konnten direkt loslegen, weil sie die Abläufe bei uns und bei der FDBS kannten. Dazu kam, dass ich in der Zeit vor der Übernahme mehrere Gespräche mit ehemaligen Vertrieblern der FDBS hatte, die sagten, sie würden gegebenenfalls zurückkommen. Insofern hatte ich auch direkt eine Vertriebsmannschaft, die wir dann auch eingesetzt haben. Und jetzt sind wir schon wieder auf einem richtig guten Weg.“ Exzellentes Ergebnis für alle Beteiligten Ein guter Weg, ermöglicht durch einen guten Plan – und mit einem exzellenten Ergebnis für alle Beteiligten. „Einen besseren Einstieg in das Jahr hätte ich mir nicht wünschen können“, sagt Tobias Hartwig. „Die Gläubiger erhalten in Insolvenzverfahren im Durchschnitt lediglich eine Quote von rund fünf Prozent auf ihre Forderungen. Durch die nun erzielte Fortführungslösung dürfte die Quote im Verfahren von FDBS weit darüber liegen. Wir rechnen mit einer nahezu vollständigen Begleichung der Forderungen.“ Darüber hinaus konnten neben der weit überdurchschnittlichen Quote auch nahezu alle Arbeitsplätze gerettet werden. Ansgar Nachtwey ist seinerseits sehr stolz auf das Vertrauen, das ihm und seinem Unternehmen mit der Übernahme zum 1. Februar 2026 ausgesprochen wurde. Dennoch, ein Selbstläufer war die Erfolgsgeschichte nicht: „Man muss an so ein Projekt zuversichtlich rangehen und sagen: Wir haben die richtigen Leute, wir haben genug Möglichkeiten und wir kriegen das hin“, sagt er. „Ohne diesen Optimismus und die Überzeugung funktioniert so eine Lösung nicht.“ Über GILDE Mitte eG: Die GILDE Mitte eG ist ein genossenschaftlich organisiertes, leistungsstarkes Unternehmen, welches seit über 100 Jahren erfolgreich als regional führender Fachgroßhandel für Fleischerfachgeschäfte, Gastronomie, Hotels, Großküchen und Mensen tätig ist. Es versorgt seine Kunden als Vollsortimenter mit allem, was sie für den erfolgreichen Betrieb ihres Gewerbes benötigen: Food- und Nonfood-Produkte, Bedarfsgegenstände, Ausrüstung, Werkzeuge, Maschinen und Geräte. Zudem bietet die GILDE Mitte eG einen umfangreichen Service in Logistik und Belieferung.

RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5MzU=