Krise & Chance September 2026

Eine Unternehmensübernahme ist immer eine Herausforderung. Zwei Dinge müssen stimmen: Intern müssen die Rahmenbedingungen für einen Transfer gegeben sein und extern müssen alle Stakeholder zusammenarbeiten, um eine Lösung zu erzielen. Wie das in der Praxis aussehen kann zeigt das Beispiel von WOB-SKY. Teil 19 unserer Serie „Erfolgsfaktor Sanierung“. Wenn man hoch hinaus möchte, braucht man manchmal ein bisschen Hilfe. Jemanden, der unterstützt, der einem eine stabile Basis bietet und einen nach oben bringt, wenn man selber es nicht alleine schafft. Jemanden wie… WOB-SKY. Der Wolfsburger Spezialist für den Verkauf und die Vermietung von Arbeitsbühnen und Teleskop- und Gabelstaplern ist seit mehr als zehn Jahren verlässlich zur Stelle. Rund 15 Mitarbeitende mit einem Kopf für das gehobene Leben – oder zumindest für Arbeit auf Überkopfhöhe – mit einem Jahresumsatz von rund drei Millionen Euro. Als im Mai 2026 dann aber trotz allem Insolvenzantrag gestellt werden musste, war schnelles Handeln unabdingbar. Investorensuche direkt begonnen Aus diesem Grund war es Insolvenzverwalter Tobias Hartwig und seiner Kollegin Kristin Winter so wichtig, möglichst bald mit der Investorensuche zu beginnen. „Es hatten sich bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren erste Interessenten gemeldet, mit denen wir dann Gespräche geführt haben. Zudem sind wir aktiv auch auf weitere potenzielle Investoren zugegangen“, sagt der Diplom-Wirtschaftsjurist, der unter anderem den Standort Braunschweig der bundesweit vertretenen Kanzlei Schultze & Braun leitet. Für die Suche nach weiteren Interessenten beauftragte er die Unternehmensberatung Deloitte. „Ich wollte die Chancen optimieren, dass WOB-SKY mit seinem Leistungsportfolio auch in Zukunft am Markt aktiv sein kann“, so Hartwig. Davon waren auch Burkhard Jung und Merlin Smeenk überzeugt, die dass Deloitte-Team leiteten. „WOB-SKY hatte von Anfang an ein hohes Turnaround-Potenzial, etwa durch den stabilen und langjährigen Kundenstamm, der direkt auf einen Investor übergehen könnte, sowie die hohe Industriedichte am Standort Wolfsburg, die eine überdurchschnittlich starke Auslastung der Flotte ermöglichte“, so Smeenk. „Das hat das Unternehmen sehr interessant gemacht, weshalb wir auch schnell in Gespräche gehen konnten.“ Keine einfache Auswahl bei Investoren Einfach war die Auswahl jedoch nicht. „Es gab ein enges Bieterrennen, aber es ging uns ja nicht darum, irgendeinen Investor zu finden, sondern dass Unternehmen und die Arbeitsplätze am Standort Wolfsburg langfristig zu erhalten“, sagt Hartwig. „In den Gesprächen mit potenziellen Investoren zeigte sich, dass WOB-SKY mit der großen Auswahl an Maschinen und Gerätschaften und der Erfahrung und dem Know-how der hochqualifizierten und engagierten Belegschaft punkten konnte.“ Die Entscheidung fiel dann auf die Wittrock-Gruppe, einen führenden Vermieter von Kranen, Arbeitsbühnen, Staplern und Höhenzugangstechnik mit 22 eigenen Standorten im ganzen Bundesgebiet und einem eingespielten, europaweiten Partner-Netzwerk. Die Gruppe besteht aus mehreren Einzelunternehmen und war damit optimal aufgestellt, um WOB-SKY schnell integrieren zu können. „In den Gesprächen hat sich die WittrockGruppe schnell als passender Übernehmer für WOB-SKY herauskristallisiert“, sagt Hartwig. „Der Gruppe ging es darum, das Vertriebsnetz mit weiteren Standorten auszubauen. Entsprechend groß war das Interesse, WOB-SKY gesunden zu sehen und den Standort zu stärken.“ Bei den Vertragsverhandlungen wurde dann ein Team von KPMG Law unter der Leitung von Dr. Christian Nordholtz herangezogen, um den Prozess möglichst reibungslos gestalten zu können.

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