Krise & Chance August 2025

Die Tage werden kürzerer, die Nächte länger – im Lauf des zweiten Halbjahres ist das bis zum 21. Dezember zwangsläufig so. In wirtschaftlicher Hinsicht gibt es aber Möglichkeiten, die Dämmerung oder gar die Dunkelheit zu vermeiden, wenn frühzeitig gehandelt wird. Rüdiger Bauch von Schultze & Braun wirft im Interview ein Schlaglicht auf die Situation der deutschen Solarbranche. Herr Bauch, nach dem Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine explodierten die Energiepreise für fossile Brennstoffe und haben den Ausbau erneuerbarer Energien bis heute beschleunigt. Bauch: Ja, allerdings stammen die installierten Solarmodule mittlerweile überwiegend von chinesischen Herstellern, die schon zahlreiche europäische Wettbewerber aus dem Markt gedrängt haben. Fast 95 Prozent der Module kommen inzwischen aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Weitere drei Prozent werden von US-Unternehmen produziert, und dann kommt Europa. Das hat zum Beispiel die Unternehmensberatung Strategy& errechnet, eine Tochter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Im Umkehrschluss bedeutet das: Während deutsche Fachbetriebe zwar von der Installation profitieren, stehen deutsche Modulhersteller oftmals praktisch im wirtschaftlichen Schatten Zugleich haben die USA den Import chinesischer Solarmodule eingeschränkt, was das Überangebot auf dem europäischen Markt verstärkt. Als Folge gab und gibt es in der deutschen Solarbranche einige Insolvenzen. Bauch: Ja, Besonders kleinere Unternehmen waren betroffen: Neben Wavelabs, einem Verfahren, an dem ich Sachwalter beteiligt war, haben etwa Envoltec, Enersol, Wegatech und Solarmax Insolvenz beantragt. Nach Angaben des Brachenmediums PV Magazin war die Zahl der Insolvenzen in der Branche im dritten Quartal 2024 so hoch wie seit 2010 nicht mehr. Aber nicht nur deutsche Unternehmen sind betroffen, auch europäische Modulhersteller suchen nach wirtschaftlichen Lösungen für ihre Werke – mitunter auch über das Insolvenzrecht. Neben Solarwatt haben beispielsweise zuletzt auch die deutschen Gesellschaften des Schweizer Produzenten Meyer Burger ein Insolvenzverfahren begonnen. Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Jürgen Erbe spricht Rüdiger Bauch im Interview „Das halb volle Bier-Glas“ über die wirtschaftlichen Herausforderungen für Brauereien. T I TEL

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