Krise & Chance Oktober 2025

Wir bewegen uns bereits seit einiger Zeit in einer neuen Normalität, in der sich die ökonomischen und geopolitischen Rahmenbedingungen so schnell und so massiv ändern wie wohl selten zuvor. Auch vor der lange erfolgsverwöhnten deutschen Wirtschaft machen die weltweiten geopolitischen Risiken nicht Halt: Lieferketten werden unterbrochen, Energiepreise steigen oder bleiben volatil, und neue Handelshemmnisse erschweren den Zugang zu wichtigen Märkten. Gerade für die exportorientierte deutsche Industrie ist die Planbarkeit von Investitionen und Geschäftsmodellen dadurch erheblich erschwert. Hinzu kommt die Ungewissheit über die künftige Ausrichtung der globalen Wirtschaftsordnung, die Unternehmen und Investoren vor zusätzliche Herausforderungen stellt. Umso wichtiger ist es, sich mit der neuen Normalität zu befassen und sich dazu auszutauschen, welche Antworten und Lösungsmöglichkeiten es in Zeiten wie diesen gibt. In dieser Ausgabe von Krise & Chance haben wir dafür mit den Referenten der Restrukturierung Nordwest gesprochen. Sie diskutieren darüber auch bei dem Expertentreffen, das jedes Jahr im Herbst von Schultze & Braun in Bremen ausgerichtet wird – dieses Jahr bereits am 17. September, aber nach der Restrukturierung Nordwest ist vor der Restrukturierung Nordwest, denn die Herausforderungen werden so schnell nicht weniger werden. Und sowohl die Referenten als auch ich, Dr. Ludwig J. Weber als Gastgeber der Restrukturierung Nordwest, stehen in der Zwischenzeit für einen Austausch gerne zur Verfügung. Patrik-Ludwig Hantzsch von Creditreform spricht darüber, warum der Kanzler und die Bundesregierung für die Wirtschaftswende zügig und kraftvoll handeln müssen, und er ordnet die nach wie vor hohe Zahl an Unternehmensinsolvenzen ein. Prof. Dr. Markus W. Exler von der Fachhochschule Kufstein Tirol erläutert, warum es sich lohnt, über die Grenzen des eigenen Mandats hinauszublicken und die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Deutschland genau zu beobachten, die aus seiner Sicht ganz erheblich stockt. Ralph Thiele, Oberst a.D. der Bundeswehr, stellt dar, warum sich Wirtschaftsunternehmen dringend mit den Risiken hybrider Kriegsführung auseinandersetzen sollten, um bei etwaigen Zwischenfällen gerüstet zu sein. Prof. Dr. Simone Loose, die Leiterin des Instituts für Wein- und Getränkewirtschaft an der Hochschule Geisenheim, gibt Hinweise dazu, worauf es bei Sanierungen in der deutschen Weinwirtschaft ankommt, die auf eine der größten Krisen seit Jahrzehnten zusteuert. Im neunten Teil unserer Serie „Erfolgsfaktor Sanierung“ steht der Batteriezellenhersteller CustomCells im Fokus. Maßgeblichen Anteil daran, dass das Startup nur zwei Monate nach dem Insolvenzantrag mit neuen Investoren wieder positiv in die Zukunft blicken kann, hat das Zusammenspiel von Insolvenzverwaltung und Sanierungsarbeitsrecht. Wir wünschen Ihnen eine interessante und aufschlussreiche Lektüre, Ihre Tobias Hirte und Dr. Ludwig J. Weber E D I T O R I A L

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