Krise & Chance April 2026

MWG-Gruppe spricht besonderes Vertrauen aus Zum gleichen Termin übernahm die MWG-Gruppe mit Sitz in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) das Werk in Sömmerda und führt den Standort heute als mbw Sömmerda GmbH weiter. Und damit nicht genug: Zum 1. Januar 2026 übernahm die MWG-Gruppe auch noch den ehemaligen mbw-Hauptsitz in Rheinmünster, inklusive der rund 60 Arbeitsplätze in der Produktion. „Wir freuen uns sehr, dass wir nach dem Standort Sömmerda auch Rheinmünster übernehmen konnten und heißen unsere neuen Kolleginnen und Kollegen herzlich willkommen“, sagt Daniel Trutwin, geschäftsführender Gesellschafter der MWG-Gruppe. Die von den drei Eigentümern geführte MWG-Gruppe ist einer der führenden unabhängigen Oberflächenspezialisten in Deutschland. Mit 350 qualifizierten Mitarbeitern an acht Standorten in fünf Bundesländern bietet sie ein breites Spektrum an hochwertigen Oberflächenveredelungen an. „Wir konnten durch die Übernahmen unsere Produktionskapazitäten erweitern und unsere alten und neuen Kunden dürfen sich sicher sein, dass sie davon und von der Expertise der Kolleginnen und Kollegen in Rheinmünster und Sömmerda genauso profitieren, wie von der Expertise der Mitarbeitenden an unseren weiteren MWG-Standorten. Ihre Anforderungen werden mit der gewohnt hohen Qualität erfüllt werden.“ Allerdings konnte für die Standorte in Hartha und Einbeck kein Investor gefunden werden. Der Geschäftsbetrieb mussten eingestellt werden. Aber wäre es nicht auch anders gegangen? Nein, sagt Insolvenzverwalter Dr. Dirk Pehl. „Natürlich wäre es uns auch mit dem Blick auf die gesamte mbw-Gruppe lieber gewesen, alle Standorte und Arbeitsplätze zu erhalten. Eine Sanierungslösung war aber nur in dieser Form möglich. Die mbw-Gruppe war in ihrer bisherigen Aufstellung an und über ihre wirtschaftlichen Grenzen gekommen. Die einzige Alternative zu den individuellen Lösungen für die einzelnen Standorte wäre eine Schließung der gesamten Gruppe gewesen, was für niemanden von Vorteil gewesen wäre. So konnten an den vier übertragenen Standorten die Arbeitsplätze von rund 135 Mitarbeitenden der insgesamt rund 320 Mitarbeitenden der mbw-Gruppe erhalten werden. Hinzu kommt, dass eine wirtschaftliche Gesundung, wie sie durch den Einstieg neuer Betreiber herbeigeführt werden soll, durchaus zu einem Entstehen neuer Arbeitsplätze führen kann.“ Und auch ohne das konsequente Vertrauen von Kunden und Mitarbeitenden wäre ein so positiver Abschluss des Insolvenzverfahrens unmöglich gewesen. So hielten nahezu alle Kunden der mbwGruppe die Treue – eine enorme Entlastung und Unterstützung in so einer angespannten Situation und ein echter Vertrauensbeweis. Ebenso unerlässlich war das starke Bekenntnis und das außerordentliche Engagement der Belegschaft: „Der Einsatz der Führungskräfte ebenso wie aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war spürbar und hat mich stolz gemacht“, sagt mbw-Geschäftsführerin Schmidt. „Mit ihrem Engagement und ihrem Vertrauen in den vom Insolvenzverwalter vorgeschlagenen, aber letztlich zusammen beschrittenen Weg haben sie diesen Neustart überhaupt erst möglich gemacht.“ Vertrauen als Erfolgsfaktor Es wird deutlich: Der Erfolgsfaktor einer Sanierung wie bei der mbw-Gruppe ist Vertrauen. Vertrauen – in das Unternehmen, in den Standort und in den Prozess. Darin, dass eine Zukunft gefunden werden kann, wenn gemeinsam an einer Lösung gearbeitet wird und die Werkzeuge, die das Insolvenzrecht bietet, passend zur Situation genutzt werden. Dann werden Arbeitsplätze und Knowhow erhalten und die Situation für die Partner und Stakeholder des insolventen Unternehmens stabilisiert.

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