Krise & Chance Juli 2026

Erneuerbare Energien, Immobilien, Pharma, Mode und Luxus, Technologie, Grundstoffe, Chemie, Öl und Gas, Technische Produkte, Einzelhandel, Telekommunikation, Reise und Transport. Lässt sich damit auch nachvollziehen, wie sich einzelne Branchen über die Zeit entwickeln? Moldenhauer: Ja, ausgewiesen wird zudem die indikative Entwicklung seit dem letzten Update im zweiten Quartal 2025, also ob sich die Lage einer Branche verschlechtert hat, eher unverändert geblieben ist oder verbessert hat. Gerade diese Verlaufsperspektive ist für Entscheider wertvoll: Eine Branche, deren Ausblick sich sukzessive eintrübt, sendet ein Frühwarnsignal, lange bevor die ersten Restrukturierungsfälle Schlagzeilen machen. Was bedeuten diese Erkenntnisse für Unternehmen und ihre Entscheider? Moldenhauer: Zum einen sollten Entscheider akzeptieren, dass der erhöhte Restrukturierungsdruck kein Ausnahmezustand ist, sondern die Rahmenbedingung, unter der sie auf absehbare Zeit wirtschaften. Zum anderen folgt daraus, dass Weitsicht zur Kernkompetenz der Unternehmensführung wird. Wer Branchentrends und Krisensignale frühzeitig und objektiv erkennt, gewinnt das Kostbarste, was es in einer sich anbahnenden Krise gibt: Zeit. Zeit, um Strukturen anzupassen, das Geschäftsmodell zu überprüfen und Maßnahmen einzuleiten, solange das Unternehmen noch aus einer Position der Stärke heraus handeln kann. Was ist Ihre Botschaft an Unternehmen, die sich aktuell noch nicht unter akutem Druck sehen? Moldenhauer: Gerade diese Unternehmen sollten genau hinschauen. Denn der Blick auf die Entwicklung seit 2023 zeigt: Der Druck baut sich oft schleichend auf, bevor er spürbar wird. Im Ergebnis gilt: Aus Druck muss keine existenzbedrohende Krise werden, wenn er früh erkannt wird. Weitsicht ist dabei keine Frage des Bauchgefühls, sondern lässt sich mit KI-gestützten Instrumenten systematisch und objektiv herstellen. Wer heute vorausschaut, muss morgen nicht reagieren, sondern kann gestalten.

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