preise. Diese Phase hat manchen zu der Hoffnung verleitet, der Druck würde sich wieder auf das alte Niveau zurückbilden. Die Daten zeigen jedoch: Er ist geblieben. Und im Jahr 2026 kommt dieser Druck nun in den Unternehmen an. Moldenhauer: So ist es. Vieles von dem, was wir aktuell sehen, ist nicht neu aber jetzt spürbar. Neue US-Zölle und die Krise um die Straße von Hormus belasten die exportorientierte Wirtschaft der DACHRegion, die zwischenzeitliche Entlastung lässt nach, und Überkapazitäten werden abgebaut. Für den weiteren Verlauf gehen wir von anhaltendem Druck aus. Getrieben durch Geopolitik, schwache Märkte und die Inflation. Eine Entlastung ist in naher Zukunft allenfalls begrenzt zu erwarten. Umso wichtiger ist es, diese Lage nicht als Übergangsphase misszuverstehen, die man aussitzen kann. Welche Branchen stehen besonders unter Druck? Moldenhauer: Unter dem höchsten Restrukturierungsdruck steht die Automobil- und Mobilitätsbranche, hier besteht akuter Handlungsdruck. Außerdem beobachten wir bei den sogenannten Fast-Moving Consumer Goods und in der Medizintechnik einen notwendigen Anpassungszwang. Das ist allerdings nur die Spitze der Entwicklung, denn weitere Branchen rücken nach. Zu den betrachteten Branchen zählen unter anderem Logistik, Medien, Der Interviewpartner: Dr. Ralf Moldenhauer ist Managing Director und Senior Partner der Boston Consulting Group. Sein Schwerpunkt liegt auf der präventiven Restrukturierung, Sanierung und Transformation von Unternehmen in Krisensituationen. Seit seinem Eintritt im Jahr 2010 hat er das Restrukturierungsgeschäft von BCG maßgeblich geprägt und ausgebaut. Neben seiner regionalen Verantwortung für Restrukturierungsprojekte in Mitteleuropa, dem Nahen Osten und Afrika zählt er weltweit zu den führenden Experten für Turnaround- und Restrukturierungsfragen. T I TEL
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