Christian Fortmüller von der DZ BANK ordnet das Pre-Pack-Verfahren aus der Perspektive der finanzierenden Banken ein. Im Interview erläutert er zudem, warum Zeit dabei aus seiner Sicht der Schlüssel zum Erfolg ist. Herr Fortmüller, das Pre-Pack-Verfahren wird in der deutschen Sanierungsbranche derzeit intensiv diskutiert. Wenn Sie als Bankenvertreter auf dieses Instrument blicken: Was ist Ihr erster Gedanke? Fortmüller: Da kommt mir als erstes der Faktor Zeit in den Sinn – und zwar im besten Sinne des Wortes, für alle Beteiligten in einer Sanierungs- oder M&ASituation. Das Pre-Pack-Verfahren bringt Geschwindigkeit genau dorthin, wo bisher durch lange Verfahrensdauern viel Geld verbrannt worden ist. Es ermöglicht es, eine übertragende Sanierung vorzubereiten, bevor ein Insolvenzantrag gestellt wird und diese Planung dann im schnell eröffneten Verfahren zügig umzusetzen. Aus Bankensicht kann das in verfahrenen Sanierungssituationen ein Gewinn sein: Wir können den Prozess einer übertragenden Sanierung aktiv begleiten, statt ihn mitunter nur nachzuvollziehen. Der oft kritische Übergang vom außergerichtlichen Sanierungsversuch in ein gerichtliches Insolvenzverfahren wird dadurch deutlich planbarer und genau diese Planbarkeit erhöht die Chancen für eine tragfähige Lösungen, die alle Seiten mittragen können. Sie sprechen den Zeitpunkt an. Welche Rolle spielt aus Ihrer Erfahrung das frühzeitige Eingreifen? Fortmüller: Eine ganz entscheidende. Die Regel ist denkbar einfach: Je früher eingegriffen wird, desto mehr Handlungsmöglichkeiten bestehen. Das gilt für jede Form der Sanierung, aber für das Pre-Pack-Verfahren in besonderem Maße. Denn ein PrePack lebt davon, dass im Vorfeld des Insolvenzantrags noch Zeit ist, einen Erwerberprozess losgelöst von einem Insolvenz-Stigma sauber aufzusetzen, mit potenziellen Übernehmern zu sprechen und eine tragfähige Transaktionsstruktur zu erarbeiten. Wer erst kurz vor zwölf an die Bank herantritt, verkleinert den Lösungsraum zu Lasten aller Beteiligten. t
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