Krise & Chance Juli 2026

Timo Klees von PwC Deutschland ordnet ein, welche Chancen das Pre-Pack-Verfahren für Unternehmen in der Restrukturierung bietet. Im Interview erläutert er zudem, wo seine Grenzen liegen und warum Pragmatismus dabei keine Tugend unter vielen ist, sondern die entscheidende Voraussetzung. Herr Klees, Sie begleiten regelmäßig M&A-Prozesse in Restrukturierungssituationen. Was unterscheidet diese Arbeit von einem klassischen Unternehmensverkauf? Klees: Der wesentliche Unterschied liegt im erhöhten Zeit- und Liquiditätsdruck sowie der Vielzahl der Partikularinteressen, die zusammengebracht werden müssen. M&A-Berater agieren in solchen Situationen als Mittler zwischen sehr unterschiedlichen Welten: dem Unternehmen selbst, das in der Krise steckt, dem Gesellschafter, der trotz aller Widrigkeiten einen bestmöglichen Kaufpreis erzielen will, den Finanzierern, die ihr Geld zurückhaben möchten, Kunden und Lieferanten, die an stabilen Lieferbeziehungen interessiert sind und den Investoren, die die Lage mit ganz eigenen Erwartungen betrachten. Die Aufgabe ist, all diese Perspektiven in einem schwierigen Marktumfeld zueinander zu bringen und den bestmöglichen Deal zu erreichen. In diesem Umfeld wird das Pre-Pack-Verfahren zunehmend diskutiert. Welche Chancen sehen Sie darin? Klees: Das Pre-Pack-Verfahren hat durchaus einen erkennbaren Charme: Verkäufer und Käufer erarbeiten eine Lösung weitgehend vor der formellen Einleitung des Insolvenzverfahrens, sodass das Unternehmen im Verfahren dann schnell in neue Hände übergeben und die Sanierung zügig abgeschlossen werden kann. Gerade in besonders fragilen Situationen, in denen Vertrauen und Geschwindigkeit gleichermaßen entscheidend sind, kann das ein echter Vorteil sein.

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