Und die Grenzen? Klees: Sie liegen genau dort, wo die heutigen Herausforderungen am größten sind. Bei Pre-PackLösungen sind, wie auch bei anderen vorinsolvenzlichen Sanierungsinstrumenten, die Eingriffsmöglichkeiten in die Substanz des Unternehmens und in bestehende Verträge erheblich eingeschränkt. In den harten Restrukturierungsfällen, um die es heute überwiegend geht, ist aber genau dieser Eingriff meist erforderlich. Um es in einem Bild zu sagen: Als M&A-Berater sollte ich nicht das kaputte Auto verkaufen müssen, an dem der Käufer dann selbst den Fehler finden und herumschrauben muss. Idealerweise habe ich die gebrochene Kurbelwelle schon vorher austauschen können. Die weitergehenden Eingriffsmöglichkeiten, die dafür nötig wären, existieren bislang nur in den klassischen Insolvenzverfahren. Im Pre-Pack beschränkt sich die Frage derzeit im Wesentlichen darauf, ob der Kofferraum voller Steine – um im Auto-Bild zu bleiben – also überhöhte Verbindlichkeiten, erleichtert werden kann. Das ist zu wenig. Spiegelt sich das in der praktischen Anwendung wider? Klees: Es drängt sich aus meiner Sicht eine gewisse Parallele zum StaRUG auf. Auch dort ist die Zahl der Anwendungsfälle bislang überschaubar und viele Verfahren waren getrieben durch eine Sanierung der Passivseite, obwohl das Instrument deutlich mehr hätte leisten können. Damit der Pre-pack-Deal zum Erfolg wird, müssten hier deutlich weitergehende Sanierungsmöglichkeiten ermöglicht werden. Dabei wird ein Verfahren wie das Pre-Pack ja dringend benötigt. Klees: Ja, viele Fälle werden aktuell in sogenannte Treuhandstrukturen überführt, weil auf Grund der Marktsituation und des konkreten Sanierungsbedarfs, keine nachhaltige Investorenlösung gefunden wird. Das neue Modewort dafür lautet „Shareholding as a Service“: Unternehmen werden meist still geparkt, gewissermaßen in der Hoffnung auf eine bessere Großwetterlage. Mittlerweile haben einzelne Anbieter Unternehmen mit Milliardenumsätzen angesammelt. Im Kern ist dies jedoch eher ein Minimalkonsens zwischen ausgewählten Stakeholdern. Die eigentlichen Probleme müssen später adressiert und eine Investorenlösung umgesetzt werden. Welche Anforderungen stellt das Pre-Pack an die Vorbereitung? Klees: Das A und O ist, frühzeitig zu erkennen, wie die Lage wirklich ist. Das gilt im Pre-Pack noch mehr Der Interviewpartner: Timo Klees ist Partner und Head of Corporate Finance und M&A bei PwC Deutschland. THEMA P R E - PACK
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