kommen die Besonderheiten, wie der kurze Zeitrahmen, eine eingeschränkte Due Diligence, die Notwendigkeit, Dritte einzubeziehen, sowie insolvenzrechtliche Besonderheiten. Man verkauft also unter Zeitdruck ein Unternehmen, das man weniger genau prüfen konnte, und ohne belastbare Bewertung. Ausgerechnet die schwierigere Lage bekommt nur ein Viertel der Vorbereitungszeit. Wie kann das funktionieren? Smeenk: Das zieht sich durch den ganzen Prozess. Der Pitch schrumpft von zwei bis drei Wochen auf zwei bis drei Tage, Kontaktaufnahme und Due Diligence von vier bis sechs auf zwei bis drei Wochen. Im Extremfall bleibt für den Pitch weniger Zeit als sonst für die Terminfindung. Auflösen lässt sich das nur an einer Stelle: Die Vorbereitung muss vor die Krise, nicht in sie hinein. Herr Ziegenhagen, das Arbeitsrecht schützt die Arbeitnehmer, das Insolvenzrecht will die Gläubiger gleichmäßig befriedigen. Zwei gegenläufige Zwecke. Wie geht die Praxis damit um? Ziegenhagen: Der Konflikt wird nicht aufgelöst, sondern austariert. Der Grundsatz lautet: Das Arbeitsrecht findet auch im Insolvenzverfahren Anwendung, es wird allerdings partiell eingeschränkt oder angepasst. Das ist eine wichtige Unterscheidung. Es gibt kein eigenes Arbeitsrecht für die Insolvenz, sondern das bekannte Arbeitsrecht mit Sonderregelungen an bestimmten Stellen. Diese von Ihnen angesprochenen Sonderregelungen greifen erst ab Verfahrenseröffnung. Was raten Sie einem Unternehmer, der das früh genug hört? Ziegenhagen: Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass der arbeitsrechtliche Gestaltungsspielraum mit den insolvenzrechtlichen Sonderregelungen erst ab Verfahrenseröffnung und nicht bereits ab dem Antrag bzw. im Insolvenzeröffnungsverfahren anwendbar ist. Das im Insolvenzverfahren umzusetzende Personalkonzept sollte aber bereits im (vorläufigen) Insolvenzeröffnungsverfahren mit den Beteiligten verhandelt werden, um dieses dann mit Insolvenzeröffnung unverzüglich umzusetzen. UNSER SEMINARTIPP: „Distressed M&A in der Restrukturierung“, Online-Seminar des FORUM Instituts für Management, 28. September 2026, 9:00 bis 17:00 Uhr. Programm: • Phasen der Unternehmenskrise und die Handlungsoptionen in der Restrukturierung • Distressed M&A in der Praxis von A bis Z erläutert anhand von Praxisbeispielen • Besondere Transaktionen im Restrukturierungs- und Insolvenzkontext und die jeweiligen Besonderheiten • Sonderthemen im Distressed M&A und die Auswirkungen auf den Transaktionsprozess Referenten: Dr. Robert Tobias und Merlin Smeenk (Deloitte), Andreas Ziegenhagen und Dr. Wiebke Schulz (Dentons).
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