Krise & Chance August 2026

Zwei Nachteile des StaRUG sind Erschwernisse für eine künftige Eigenverwaltung und der erhöhte Beratungsaufwand. Was heißt das für die Wahl des Wegs? Ziegenhagen: Das StaRUG ist ein deutlich geringerer und kürzerer Eingriff als eine Insolvenz, das ist wichtig zu wissen. Aber es leistet eben keine umfassenden Sanierungsmaßnahmen: keine Vertragsbeendigung, kein Insolvenzarbeitsrecht, keine Gesamtbeteiligung der Gläubiger. Wer es einsetzt, wo es nicht trägt, verbraucht Zeit und erschwert sich zugleich den nächsten Schritt. Am Anfang steht deshalb immer die Frage, was das Unternehmen tatsächlich braucht und nicht, was am wenigsten wehtut. Herr Smeenk, ein Verkauf aus gesunder Lage dauert sechs bis zwölf Monate. Was verändert sich, wenn dieselbe Transaktion in einem Viertel der Zeit stattfinden muss? Smeenk: Zunächst verändert sich das Ziel. Im sogenannten Sunshine M&A geht es um Wertsteigerung durch eine erfolgreiche Restrukturierung. Im Distressed M&A geht es hingegen darum, den Wertverlust zu stoppen. Das ist ein anderes Geschäft. Dazu Die Interviewpartner: Dr. Robert Tobias ist Partner im Bereich Turnaround & Restructuring bei Deloitte in Berlin und seit über 20 Jahren in der Sanierungs- und Insolvenzberatung tätig, mit Schwerpunkt auf außergerichtlichen Sanierungen und der Begleitung von Eigenverwaltungs-, Schutzschirm- und Regelinsolvenzverfahren. Andreas Ziegenhagen ist Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sowie Partner bei Dentons in Berlin und Frankfurt am Main. Als European Head der Praxisgruppe Restrukturierung berät er zu Transaktionen, Restrukturierung und Insolvenzrecht und übernimmt Treuhandschaften in Krisenfällen. Merlin Smeenk ist Director im Bereich Turnaround & Restructuring bei Deloitte in Frankfurt am Main und bei Bedarf als Sanierungsgeschäftsführer operativ tätig. Er hat über 80 Transaktionen innerhalb und außerhalb der Insolvenz begleitet. THEMA

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