anhaltender Stagnation etwa zwölf, im Rezessionsfall bis zu 24 Milliarden Euro zusätzlicher NPLs pro Jahr werden könnten. Das Barometer 2026 rückt die Gewerbeimmobilien in den Mittelpunkt. Wie ernst ist die Lage? Köchling: Deutschland zählt hier zu den am stärksten belasteten Märkten Europas: Die NPL-Quote gewerblicher Immobilienfinanzierungen liegt bei 6,8 Prozent, rund 2,7 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Wichtig ist aber die Verteilung: Der Stress konzentriert sich auf wenige spezialisierte Häuser, deren Quoten sich seit 2021 vervielfacht haben, während die Universalbanken nahezu unbewegt bleiben. Welche das konkret sind, zeigt unsere neue Datenplattform sehr gut. Und alle meldenden Institute sind komfortabel kapitalisiert. Die Frage ist also weniger, ob die Banken den Anstieg tragen können, sondern wie zügig sie die Engagements bearbeiten – durch Workout, Restrukturierung oder Verkauf. Ist der Wendepunkt bei den Gewerbeimmobilien erreicht? Köchling: Unser Befragten-Panel des NPL-Barometers erwartet eine Stabilisierung auf hohem Niveau, aber ich warne vor Entwarnung: Die am stärksten exponierten Spezialinstitute bestätigen die Beruhigung in ihren Bilanzen noch nicht. Bei den Preisen ist das Gros der Korrektur nach Einschätzung der Risikomanager zwar vollzogen – drei Viertel sahen die inländischen Gewerbeimmobilienpreise zuletzt noch fallen, für die kommenden zwölf Monate erwartet das kaum noch jemand. Das ist ein erwartetes Auslaufen des Anstiegs, kein belegter Wendepunkt. Warum kommen dann so wenige CRE-Portfolios an den Markt? Köchling: Weil die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern auseinanderliegen. Die Transaktionslage ist die größte Schere der Erhebung: Die Lage liegt bei 0,11, die Erwartung fast dreimal so hoch. Die großen gewerbeimmobilienlastigen Häuser halten ihre Bestände bislang und bearbeiten sie im Workout. Das ist aufgestauter Veräußerungsbedarf – sobald sich die Bewertungen annähern, wird er in den Markt gegeben. Erstmals hat das Barometer auch vorinsolvenzliche Sanierungsinstrumente abgefragt. Mit welchem Ergebnis? Köchling: Die Risikomanager setzen das StaRUG in seiner praktischen Bedeutung an die Spitze – vor Sicherheiten-Treuhand, Sanierungseigentümer und Debt-to-Equity-Swap. In der Fläche bleibt es mit zuletzt 87 angezeigten StaRUG-Verfahren bei unter einem Prozent der Fälle, kommt aber gerade in den Fällen mit großer Insolvenzmasse ins Spiel. Die Bedeutung dieses Sanierungsinstruments geht also über die reine Anzahl an Fällen hinaus. Ihr Ausblick auf die kommenden zwölf Monate? Köchling: Wir erwarten weiter wachsende Bestände auf gut 53 Milliarden Euro bis Ende 2027 und eine spürbare Belebung des Transaktionsgeschehens. Die Unternehmensinsolvenzen haben mit über 24.000 Fällen den höchsten Stand seit 2014 erreicht, und gerade die Mittelstandskredite sind das einzige Segment mit klar steigender Quotenerwartung. Das klingt nach Krise – aber es ist eben auch die Chance: Steigende Bestände treffen auf solide kapitalisierte Banken und einen Markt, den der neue Rechtsrahmen so professionell aufgestellt hat wie nie. Wer jetzt früh erkennt, konsequent restrukturiert und offen für den Sekundärmarkt ist, macht aus der Risikovorsorge von heute die Handlungsfähigkeit von morgen. UNSER SEMINARTIPP: Sie möchten NPL-Risiken frühzeitig erkennen, regulatorisch richtig einordnen und aufsichtskonform steuern? Dann besuchen Sie das Seminar „NPL- und Forbearance Strategie“ am 28.09.2026
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