Krise & Chance Juli 2025

Auch wenn es konjunkturell Licht am Ende des Tunnels zu geben scheint, sieht sich die deutsche Industrie weiterhin großen Herausforderungen gegenüber. Janina Poppe und Bernhard Steffan von RSM Ebner Stolz erläutern, welche deutsche Schlüsselbranchen besonders unter Druck stehen und ordnen die Entwicklung des StaRUG anhand der Verfahrenszahlen ein. Frau Poppe, Herr Steffan, die deutsche Wirtschaft kommt einfach nicht richtig in Fahrt: Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, bleibt Deutschland eines der Schlusslichter unter den Industrienationen. Womit hängt das zusammen? Poppe: Aktuell prognostiziert die OECD für 2025 ein Mini-Wachstum der deutschen Wirtschaft von 0,4 Prozent. Deutschland zählt damit auch in diesem Jahr zu den am langsamsten wachsenden Industrienationen. Dabei ist die OECD-Prognose noch vergleichsweise positiv. Sowohl die EU-Kommission als auch die deutschen Wirtschaftsweisen erwarten für dieses Jahr inzwischen eine Stagnation der Wirtschaftskraft. Steffan: Deutschland leidet seit Jahren unter einer schwachen Binnenkonjunktur: Die Verbraucher halten ihr Geld zusammen, auch weil die Preise infolge des Krieges gegen die Ukraine deutlich angezogen haben. Doch obwohl sich die Teuerung wieder normalisiert hat, ist der private Konsum bislang nicht wieder in Schwung gekommen. Und gerade die exportstarke deutsche Wirtschaft bleibt besonders verwundbar für Eskalationen in den globalen Zollstreitigkeiten. Rund zehn Prozent der ausgeführten Güter der deutschen Wirtschaft gehen in die Vereinigten Staaten. Handelsbarrieren und die damit verbundenen Unsicherheiten bremsen das Wachstum aus. US-Präsident Donald Trump ändert fast täglich seine Meinung. Ist nicht doch noch eine schnelle Erholung der Konjunktur möglich? Poppe: Wahrscheinlich nicht. Ende Mai haben die Wirtschaftsweisen ihre Prognose für 2025 von 0,4 Prozent abgesenkt und sagen ein Null-Wachstum voraus. Im Mai sank auch der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft mit Industrie und Dienstleistern von 50,1 Zählern im April auf 48,6 Punkte, das ist ein Fünfmonatstief. Belastend wirkte dabei hauptsächlich die beschleunigte Talfahrt des Servicesektors. Zudem fiel das an den Finanzmärkten stark beachtete Stimmungsbarometer damit unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Steffan: Derzeit gibt nur wenige Branchen in Deutschland, die optimistisch auf das Wirtschaftsjahr blicken, denn unsere Schlüsselindustrien, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, stehen stark unter Druck. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Atreus zum Restrukturierungs- und Transformationsaufkommen in Deutschland stehen die Automobilindustrie, gefolgt vom Maschinen- und Anlagenbau am stärksten unter Druck. VORINSOLVENZLICHE RESTRUKTURIERUNGEN MIT STARUG NEHMEN ZU SEMINARTIPP Praxis-Wissen: Sanierung, 24. – 25.09.2025 – online THEMA

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