ZULIEFER-ÜBERNAHMEN: EIN SCHULTERBLICK LOHNT SICH Die Automobilbranche in Deutschland steht unter Druck. Das macht Unternehmensübernahmen bei Insolvenzen in diesem Segment besonders herausfordernd. Doch es gibt Wege, die Risiken zu minimieren und auf einen langfristig gesunden Return hinzuarbeiten. Wie das geht, erläutert Johannes Laumann, CIO bei der Private-Equity-Gesellschaft Mutares. Die deutsche Autoindustrie ist nichts für Feiglinge – das machen die wirtschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Monate und Jahre überdeutlich. So ist die Branche alleine im Jahre 2024 um rund 19.000 Arbeitsplätze geschrumpft, berichtet beispielsweise eine Studie des Beratungsunternehmens EY, das dazu Daten der Bundesagentur für Arbeit und des Statistischen Bundesamts auswertete. Und nicht nur das: Die Zahl der bei Zulieferern beschäftigten Arbeitnehmer war demnach auf dem tiefsten Stand seit mindestens 18 Jahren. Wer da investieren will, muss also mutig sein – und wählerisch. Denn auch wenn das grundlegende Vertrauen in die Industrie und den Standort weiterhin gewährleistet ist, gibt es bei Insolvenzfällen doch eine große Bandbreite von übernahmebereiten Zulieferbetrieben mit teils stark unterschiedlichem Erfolgspotenzial. Kurz: Wie soll man sich da entscheiden? Segmentierung als Entscheidungsgrundlage „Grundlegend kann man die Automobilzulieferer in Deutschland in drei bis vier unterschiedliche Segmente einteilen“, sagt Johannes Laumann von Mutares. „Das hilft bei einer langfristig orientierten Investitionsstrategie dabei, eine grundlegende strategische Basis für alle weiteren Entscheidungen zu erzeugen.“ Da sind zum einen die typischen westeuropäischen Autozulieferer. Sie befinden sich gegebenenfalls noch in Familienhand oder sind eventuell vor nicht allzu langer Zeit bereits einmal verkauft worden. Diese Unternehmen verfügen vielleicht über ein Werk zur Komponentenfertigung in Osteuropa oder ein Schwesternwerk in Polen oder Tschechien. Sie machen vielleicht 100 Mio. Euro Umsatz im Jahr und stechen auch sonst nicht aus der Masse der Zulieferbetriebe hervor. Das zweite Segment bilden Zulieferer, die einen europäischen Schwerpunkt gesetzt haben und dies mitunter sogar mit noch mehr Internationalität verbinden. Sie produzieren womöglich systemrelevante Komponenten, die entsprechend stark nachgefragt und nur schwer kurzfristig zu ersetzen sind. Man denke da etwa an E-Antriebe, Leistungselektronik oder Batterietechnik. THEMA
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