Krise & Chance Juli 2026

Sie sprechen von Restrukturierungserwartungen. Der Index blickt also nicht nur zurück, sondern auch nach vorn? Moldenhauer: Genau das ist der entscheidende Punkt. Wir verknüpfen den aktuellen Restrukturierungsindex mit zukunftsgerichteten Gewinnerwartungen. Dadurch gewinnt die Analyse prädiktive Aussagekraft für künftige Restrukturierungstrends und für die wirtschaftliche Resilienz von Branchen. Sie ist damit kein Rückspiegel, sondern ein Fernglas: Es geht nicht darum zu dokumentieren, wo es bereits brennt, sondern zu erkennen, wo sich der Druck aufbaut. Diese Weitsicht ist der eigentliche Mehrwert. Und weil wir regelmäßig aktualisieren, bleibt das Industriekrisenradar eine verlässliche Übersicht, mit der sich Veränderungen und Trends über die Zeit beobachten lassen. Was zeigt es aktuell für die DACH-Region? Moldenhauer: Die zentrale Erkenntnis lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Restrukturierungsdruck ist das neue Normal – nicht die Ausnahme. Der zusammengesetzte Index aus den DACH-Indikatoren zeigt, dass der Restrukturierungsdruck seit 2023 dauerhaft über dem Basisniveau der Jahre 2019 bis 2021 liegt. Wir sprechen also nicht über eine kurze Schlechtwetterfront, die durchzieht, sondern über eine veränderte Großwetterlage, auf die sich Unternehmen dauerhaft einstellen müssen. Womit hängt diese Entwicklung seit 2023 zusammen? Moldenhauer: Im Jahr 2023 war das Bild geprägt von der Angst vor einer drohenden Rezession und von hoher politischer Unsicherheit. Der Euribor lag über drei Prozent, hinzu kamen die globalen Spannungen zwischen den USA und China. 2024 folgten gedämpfte Wachstumserwartungen. Zwischenzeitlich gab es durchaus eine Entlastung vor allem durch den Zinssenkungszyklus der Europäischen Zentralbank und sinkende EnergieUNSER SEMINARTIPP: Mehr über das Thema KI und wie man diese erfolgreich in der Insolvenzverwaltung nutzen kann, erfahren Sie im Seminar „Künstliche Intelligenz in der Insolvenzverwaltung“ am 16. Juli 2026.

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