Distressed M&A verlangt Entscheidungen unter Zeitdruck, von Menschen, die zu diesem Zeitpunkt oft nicht mehr allein entscheiden. Dr. Robert Tobias und Merlin Smeenk von Deloitte sowie Andreas Ziegenhagen von Dentons erläutern, warum der Kreis der Beteiligten mit jedem Monat wächst, während das Zeitfenster schrumpft. Herr Tobias, Die Krisenstadien nach dem IDW-Standard S6 beginnen nicht mit Zahlen, sondern bei den Steakholdern. Warum steht am Anfang ein Konflikt, und kein finanzieller Engpass? Tobias: Weil die Zahlen das Letzte sind, was sich ändert. Vereinfacht dargestellt durchläuft ein Unternehmen sechs Stadien: Stakeholder-Krise, Strategiekrise, Produkt- und Absatzkrise, Erfolgskrise, Liquiditätskrise, Insolvenzreife. Am Anfang stehen Konflikte im Gesellschafterkreis, Diskrepanzen in der Geschäftsführung oder der Vertrauensverlust bei den Finanzierern. Erst danach kommen strukturelle Defizite, rückläufige Nachfrage, Margendruck und dann der Engpass. Das Problem ist, dass in der Bilanz davon lange nichts steht. Was bedeutet das für die Entscheider? Tobias: Erstmal, dass ihnen die Entscheidungen aus Wer wartet, hat am Ende mehr Instrumente und weniger zu sagen THEMA
RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5MzU=