Statistik ist so eine Sache. Das ist jedem klar, der bei dem aktuellen Wetter aus dem Fenster schaut oder sich sogar in die Sommerhitze hinaustraut. So sollten statistisch gesehen im Juli und August Temperaturen jenseits der 35 Grad niemanden überraschen. Trotzdem werden wir von Hitzewellen immer wieder kalt erwischt. Ähnlich geht es uns mit der Wahrnehmung externer Faktoren, die den Druck auf die deutsche Wirtschaft weiter erhöhen. Wie die Temperaturen klettert auch die Zahl der Unternehmensinsolvenzen – Insolvenzwelle trifft Hitzewelle sozusagen. Dennoch, es gibt auf der anderen Seite auch positive Trends, die wiederum ungeahntes Potenzial für Wachstum und wirtschaftliche Kreativität mit sich bringen. Man denke da etwa an Künstliche Intelligenz in all ihren Ausprägungen. Spätestens seit der breiten Verfügbarkeit von Tools wie ChatGPT, Copilot und Claude ist die Technologie nicht mehr aus der wirtschaftlichen Realität wegzudenken. Damit dies auch sicher und verlässlich funktioniert, braucht es ein rechtssicheres Korsett für die Umsetzung, erläutert Heinz-Joachim Hombach von Pluta im Titel-Interview. Fehlverhalten kann hier teuer werden. Ein wichtiger Impuls – und einer, der gerade in Zeiten des KI-Hypes Gehör finden sollte. Zuhören sollte man auch bei einem anderen wichtigen Thema in der Insolvenzbranche: Distressed M&A – und das nicht nur, weil wir in unserer Juni-Ausgabe einen Schwerpunkt zum Pre-Pack-Verfahren hatten. In dieser Ausgabe tauschen sich Dr. Robert Tobias und Merlin Smeenk von Deloitte sowie Andreas Ziegenhagen und Dr. Wiebke Schulz von Dentons zu Distressed M&A aus. Der Tenor: Entscheidungen unter Zeitdruck sind immer anspruchsvoll, aber wer früh handelt, hat die größte Auswahl an Sanierungsinstrumenten, da Unternehmenskrisen meist lange vor der Liquiditätskrise beginnen. Ein Grund mehr, mit einer Sanierung möglichst frühzeitig zu beginnen. Prof. Dr. Martin Hörmann von Anchor und Peter Gresikowski von der DZ Bank erläutern, warum ein solches Vorgehen entscheidend ist, wenn Unternehmenskrisen erfolgreich bewältigt werden sollen. Im Interview sprechen sie zudem darüber, welche Herausforderungen daraus entstehen. Eine herausfordernde Situation skizziert auch der Abschluss unserer Ausgabe, der 18. Teil unserer Serie „Erfolgsfaktor Sanierung“. Diesmal konzentrieren wir uns auf ein besonders herausforderndes Verfahren, nämlich die Suche nach einem Übernehmer für den Erfurter Anbieter in Taxi- und Fahrdienstgewerbe Clever Car. Der Unternehmensverbund bestand nicht aus einer, sondern aus gleich drei Gesellschaften – mit zwei unterschiedlichen Insolvenzverwaltern. Der Schlüssel zum Erfolg? Eine optimale Abstimmung untereinander. Ich wünsche Ihnen eine interessante und aufschlussreiche Lektüre und – trotz oder gerade wegen der Hitze, Ihre Entscheidung – einen wunderbaren Sommer, Ihr Tobias Hirte E D I T O R I A L
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